
Vitamin B12 ist das einzige Vitamin mit einem Mineralstoff (Kobalt). Seine Biosynthese kann nur von Mikroorganismen und nicht von höheren Pflanzen oder Tieren durchgeführt werden. Ein Protein (Intrinsic-Faktor), das im Magen ausgeschieden wird, geht eine Verbindung mit dem Vitamin B12 aus der Nahrung ein und ist wichtig für seine Resorption Außerdem muss es dabei mit Calcium zusammenkommen, damit der Organismus es richtig verwerten kann. Eine gut funktionierende Schilddrüse hilft bei der Aufnahme dieses Vitamins.
Bei einer Ernährung mit wenig Vitamin B1 und viel Folsäure (Vegetarier) kommt es häufig zu einem Vitamin-B12-Mangel.. Unser Körper speichert 2 – 5 mg Vitamin B12, davon das Meiste in der Leber. Ein Mangel macht sich erst nach längerer Zeit bemerkbar und betrifft vor allem ältere Menschen, die weniger Intrinsic-Faktor produzieren und damit weniger Cobalamin aufnehmen. Die perniziöse Anämie bricht aus, wenn 80 bis 90 Prozent der Vorräte an Vitamin B12 im Körper verbraucht sind.
Vitamin B12 wirkt als Cofaktor von Enzymen in den Mitochondrien der Zellen. Es hat wie die Folsäure einen großen Einfluss auf alle Wachstums- und Zellteilungsvorgänge. Beide Vitamine ergänzen sich in vielen Funktionen, wie z.B. der Entgiftung von Homocystein.
Erhöhter Bedarf bei: Allergien, Appetitlosigkeit, Arteriosklerose, Störungen des Nervensystems, psychischen Störungen, Krebs, erhöhtem Stress, nach Infektionen, nach Operationen, bei chronischen Erkrankungen, Rauchen, Alkoholkonsum, Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, Einnahme der Pille, Östrogenen, L-Dopa, Penicillaminen, Schlaftabletten, Lebererkrankungen, Multipler Sklerose, Schwangerschaft und Stillzeit, Wachstumszeit, vegetarischer Ernährung, Osteoporose
Zellentwicklung: Zusammen mit Folsäure wird Vitamin B12 für die Synthese der DNS benötigt, was die Zellteilung ermöglicht.
Protein- und Fettstoffwechsel: Vitamin B12 wird zur Umwandlung der toxischen Aminosäure Homocystein zu Methionin benötigt. Es ist auch Coenzym bei vielen Vorgängen des Fett-Stoffwechsels in der Zelle.
Folsäurestoffwechsel: Cobalamin wird gebraucht bei der Umformung von Folsäure in ihre aktive Form. Bei Vitamin B12-Mangel bleibt Folsäure inaktiv, sodass ein Mangel an funktionsfähiger Folsäure entsteht.
Nervenzellen: Vitamin B12 wird zur Synthese von Myelin, der schützenden Schicht für die Nervenstränge, gebraucht.
Burgersteins Handbuch Nährstoffe, Haug Verlag 2002
Dietl/Ohlenschläger: Handbuch der Orthomolekularen Medizin, Haug Verlag 2001
Uwe Gröber: Othomolekulare Medizin, Wissensch. Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2008
Earl Mindell: Die neue Vitaminbibel, Heyne Verlag 2007